Red Bull mit Prinenz Sieg auf dem Vormarsch – Frankreich Rennbericht Liga 1

Das achte Rennen der Racing League Esports ließ nach letzter Woche erneut den Red Bull Piloten Prinenz auf dem obersten Treppchen feiern, nach dem er Julian die nächste Backpfeife verpasst hat.

Nach 20 Jahren kehrte der Circuit Paul Ricard zurück in den Rennkalender. Die überarbeitete Strecke gilt als eine der beliebtesten unter den Piloten. Ihre schnelle Charakteristik mit lang gezogenen Kurven und vielen Überholmöglichkeiten nutzte die Liga 1 gnadenlos aus, um eine der spektakulärsten Rennen in der Geschichte der Racing League zu fahren.

Nach dem katastrophalen Qualifying in Kanada rehabilitierte man sich bei Ferrari und sah Julian wieder von ganz vorne starten, obwohl man ihn zu früh rausschickte und somit die schlechtesten Bedingungen des immer trocken werdenderen Asphalts besaß. ,,Eine Pole zu holen ist immer wieder aufs Neue etwas Schönes, so viel ist klar. Besonders auf einer Strecke wie Frankreich, die mir nicht wirklich zusagt.”, fasste Julian vor Rennstart zusammen. Perpetuum reihte sich neben dem Weltmeister ein, Prinenz startete von Platz drei.

Prinenz mit starker Anfangsphase

Beim Start konnte das Nachwuchstalent den Force India von Perpetuum in Kurve fünf überholen, um die Jagd auf das rote Auto zu starten. Liga 1 Debütant Basslovers startete nach einem starken Qualifying von Platz vier, verlor sein Auto allerdings in Kurve neun und beendete sein Rennen frühzeitig nach einem Einschlag in der Wand. In Runde vier übernahm Prinenz die Führung als er Julian auf der Mistral Gerade überholte und seinen Platz nach Kurve neun sicherte. Bei Red Bull war man selber ein wenig verblüfft: ,,Ich habe mein Setup sehr stark auf das Rennen ausgerichtet. […] Ich wusste, dass ich eine gute und bessere Pace im Rennen haben werde als im Qualifing, aber dass sie so gut ist, hätte ich nicht gedacht.”, verriet Prinenz.

Kollateralduelle im Mittelfeld

Als Hauptakteur entpuppte sich während des Rennverlaufs das gesamte Mittelfeld. TZ duellierte sich mit McLaren Mann Ocon in Kurve acht um den vierten Platz. Der Toro Rosso Pilot schlüpfte in der Bremszone der Mistral Geraden auf der Innsenseite durch. Die wahre Gangbang vollzog sich allerdings weiter hinten von den Plätzen acht bis dreizehn. In Runde sechs fuhren NewYork, Domeroda, Koala, Bily, Kartracer und Puffreis alle nebeneinander, voreinander und aufeinander. NewYork gelang ein Double-Overtake gegen die sich gerade duellierenden Domeroda und Bily vor Kurve sieben. Alle sechs Piloten teilten sich im zweiten und dritten Sektor geschätzt zehn Quadratmeter, überholten sich, ließen sich überholen, kamen weit raus und dann wieder auf die Strecke.
Man hätte meinen können, dass der katabatische Mistral Wind – daher hat die Gerade übrigens ihren Namen – so kalt war, dass die Fahrer sich alle am Diffusor des jeweiligen Vordermanns wärmen wollten. Auf Start-Ziel fuhren dann Puffreis und die beiden Williams von Bily und NewYork Richtung Kurve eins. Die sieben darauffolgenden Kurven verbrachte Puffreis abwechselnd mit einem der Williams Fahrer Rad an Rad. Erst in Runde acht konnten sich alle einig werden, wo sie jetzt zu fahren bevorzugten.

Das Mittelfeld war’s dann wieder komplett

Elfmeterfalle schien sichtlich Freude an den Duellen gehabt zu haben: ,,Ja was soll man dazu noch sagen? Einfach Taschentücher nehmen und genießen. War halt mega nice, sich das von hinten anzuschauen. Ich glaube, es gibt nur wenige bis gar keine Ligen, wo man sowas beobachten kann.” Der zurückkehrende Domeroda fand ebenfalls positive Worte: ,,Der Kampf im Mittelfeld war hervorragend, ich bin da als Sieger raus gekommen trotz kaputtem Frontflügel, das hat wirklich was mit Racing zu tun gehabt. Ich dachte mir einfach ich fahr meinen ersten Stint auch mit beschädigtem Frontflügel und versuche das Beste rauszuholen.”

Bewegung in den Top fünf

In Runde neun sah sich TZ gegen Lowkee geschlagen. Der Brite überholte den Toro Rosso in Kurve 10 und übernahm somit den vierten Platz. Eine Runde später folgte das Spitzenduell. Julian schob in Kurve eins seinen Boliden round the outside an Prinenz vorbei. Der Red Bull Pilot gab sich allerdings nicht geschlagen und holte sich die Führung auf der Innenseite von Kurve zehn zurück. Sein Team holte ihn in der gleichen Runde für einen Boxenstop rein. Durch die Strategie gewann der Rennstall aus Milton Keynes 2,3 Sekunden auf Julian. ,,Die Lücke kam zustande, weil er einfach das Beste aus seiner Outlap mit den Soften gemacht hat. Mein Gedanke war eine Runde später reinzugehen, um einen möglichen Vorteil am Ende des Rennens auf meiner Seite zu haben.”, erklärte Julian.

Mit weniger als 25 Punkten geben sich weder Prinenz noch Juian zufrieden

Interessant ist an der Stelle zu erwähnen, dass Perpetuum, der bei Ärger gerne in der ersten Reihe steht, sich in Frankreich aus jeglichem Stress raus gehalten hat und konstant auf Platz drei liegend seine Runden drehte, während vor und hinter ihm alle Fahrer scheinbar einem Wrestlemania Event beigetreten waren. ,,Ich habe nicht viel anderst gemacht als sonst. Nur Glück gehabt, dass man über die Renndistanz zum ersten mal sauber durchgekommen ist. […] Ich hatte über die Saison genug Zweikämpfe. Die Ruhe während des Rennens hat auch mal gut getan.”, antwortete Perpetuum auf die Frage, wie er seine Angehensweise für Frankreich verändert habe.

In Runde 18 trennten Lowkee, Kevinportugal und Ocon ein bischen mehr als eine Sekunde. Alle drei kämpften um den vierten Platz. Gleichzeitig schien jemand im Mittelfeld wieder das Fenster offen gelassen zu haben, da zwischen P10 und P16 fünf Sekunden lagen. Kurze Zeit später schied TZ in Kurve elf, wo Mauern fern ab jeglicher Erreichbarkeitliegen, auf kuriose Art und Weise aus. ,,Lief nicht gut.”, gab er sich bei den Interviews lustlos.

Renault und McLaren  mit der Show der Saison

Ein Zweikampf sondergleichen lieferten Kevinportugal und Ocon in Runde 21 ab. Der im Gegensatz zu seinem Teamkollegen bodenständige McLaren Pilot saugte sich auf der Mistral Gerade mit DRS und Windschatten an Kevin ran um in Kurve acht innen rein zustechen. Der Portugiese verteidigte seine Position als er Rad an Rad mit Ocon durch die Schikane fuhr, bekam aber durch seine ungünstige Kurvenposition einen schlechteren Ausgang. Dementsprechend überholte Ocon in der darauffolgenden Kurve den Renault auf der Innenseite. Kevin hatte allerdings die deutlich besseren Reifen und schloss wieder auf, sodass er und Ocon die Kurven elf und zwölf nebeneinander fuhren. Der McLaren Pilot hatte am Ende des dritten Sektors die Nase vorne. Auf Start Ziel holte Kevin immens auf und setzte für Kurve eins seinen Renault auf die Außenseite. Ocon verbremste sich und kam weit, was Kevin nutzte, durchschlüpfte und sich schlussendlich den fünften Platz sicherte.

Zwischen RL-Ocon und Kevinportugal passte kein Blatt Papier

Ocon war äußerst zufrieden mit dem Zweikampf: ,,Ich war ziemlich überrascht, dass ich zu ihm aufschließen konnte, da er eigentlich schneller ist als ich. Ich hab’s dann einfach versucht. Das war ein mega geiles und faires Duell. Ich musste aber schnell feststellen, dass ich kaum noch ERS hatte und hab ihn wieder passieren lassen.” Auch Kevinportugal berichtetet positiv: ,,Also es hat sich echt gut angefühlt, ich wollte den Switch-Back auf jedenfall versuchen und er hat perfekt funktioniert.”

Julian und Prinenz ringen um den Sieg

Drei Runden vor Schluss kam es wieder einmal zum Duell zwischen den beiden Titelanwärtern. Julian überholte Prinenz in Kurve eins und übernahm damit die Führung. Prinenz blieb bis zum Ende innerhalb des DRS-Fensters, musste sich aber bei der geschwenkten Zielflagge geschlagen geben. Da der Weltmeister indes eine drei Sekunden Zeitstrafe hatte, gewann Prinenz offiziell das Rennen. Perpetuum erzielte mit dem dritten Platz sein erstes Podium und damit das beste Saisonergebnis.

Top 10
1. Prinenz
2. Julian (+1,695)
3. Perpetuum ( +10,531)
4. ImLowkee ( +18,617)
5. Kevinportugal ( +23,080)
6. Puffreis ( + 36,661)
7. RL-Ocon ( +38,202)
8. Itzbasti ( +43,914)
9. Koala ( +57,175)
10. Nussbaum ( +59,090)

Medienrunde

Wieder einmal waren Prinenz und Julian die Hauptbefragten. Auf die Frage, ob Julian jemals den Sieg angezweifelt hätte, nach dem er so früh überholt wurde, antwortete er: ,,Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass es ihm nicht gelang mich abzuschütteln. Er schien zunächst auf den frischen Supersoften mehr als dominant. Je mehr der Verschleiß eine Rolle spielte, desto näher kam ich auch und konnte ihn sogar kurz vor seinem Stopp in ein Rad an Rad Duell verwickeln. Erste Zweifel hatte ich da schon, da ich bereits zwei unnötige Verwarnungen wegen Track Limits gesammelt hatte und mir bewusst ist, dass er gut im Vermeiden selbiger ist.” Prinenz fand schnell die Antwort: ,,In Frankreich ist es einfach unglaublich schwer den anderen aus dem DRS Fenster raus zu bekommen. Habe alles versucht, aber auf den Geraden kam er immer wieder ran.”

Großes Interesse bestand bei den Journalisten, warum Julian auf einmal hat aufholen können: ,,Ich wusste, dass er eine Strafe hat. Somit habe ich Tempo raus genommen und mich darauf konzentriert selber keine Strafe zu bekommen.”, erklärte Prinenz. Julian bekam die Strafe aufgrund mehrerer Überinterpretationen der Streckenbegrenzungen, als er die Lücke auf Prinenz zu schließen versuchte.

Trotz Siegesserie und nur noch einer Differenz von 13 Punkten zwischen Red Bull und Ferrari sah Prinenz keinen Grund zu feiern: ,,Ist schön selber mal eine Siegesserie zu haben, aber noch kann ich mir nichts davon kaufen. Ich habe sogar mehr Arbeit, weil mich ständig Leute darauf ansprechen. […] Wir sind noch hinter Ferrari, also sind wir immernoch die Jäger und noch nicht die Gejagten.”

Julian gab sich als fairer Sportsmann und lässt Prinenz wissen, dass in Österreich die Karten neu gemsicht werden: ,,Er ist der absolut verdiente Sieger, Glückwunsch dazu! Ich hoffe auf ein ähnliches Szenario nächste Woche mit dem besseren Ende für mich.”

Force Indias Perpetuum resümierte sein Rennen in gespaltenem Gemüt: ,,Das erste Podium in dieser Saison fühlt sich gut an, aber trotzdem hätte ich gern um den Sieg mitgekämpft. Dafür muss die Racepace noch besser werden. Ich hab es aber zum ersten mal geschafft ein sauberes Rennen hinzubekommen, ohne große Zwischenfälle.” Die Ziele bei Force India sind klar: ,,Definitiv Platz zwei oder besser in der Team WM. Dafür muss aber die Konstanz deutlich besser werden.” Teamkollege Puffreis sieht es ähnlich: ,,Wir wollen erster Verfolger von Julian sein.”

Der fünftplatzierte Kevinportugal war froh, nach dem Ausfall in Kanada gute Punkte mitzunehmen: ,,Ich bin mit dem Ergebnis auf jeden Fall zufrieden, da Frankreich zu meinen schwächeren Strecken gehört.”

McLarens Ocon ist ebenfalls mit seinem siebten Platz den Umständen entsprechend d’accord: ,,Ich war mit Quali und Rennen zufrieden, hatte einen super Start, war zwischendurch sogar auf Platz vier, aber die anderen waren einfach schneller.”

Vorschau Österreich

Am kommenden Sonntag findet das neunte Rennen auf dem Red Bull Ring in Österreich statt. Die Strecke wird mit ihren langen Geraden eine Menge Überholmöglichkeiten bieten. Bei einer Rundenzeit von ungefähr 1:05.000 Minuten wird das Quali eines der engsten der Saison. Prinenz stapelt für das Heimrennen seines Rennstalls tief: ,,Denke ein Podium Ergebnis, viel mehr wird es aber nicht werden.” Puffreis, der sich seit drei Rennen nach dem Genuss von Champagner sehnt, peilt das Treppchen an : ,,Ich hoffe mindestens auf Startreihe zwei um im Rennen mal wieder auf dem Podium zu stehen.”

Nachdem Prinenz in Frankreich aus eigener Kraft gewonnen hat, bleibt abzuwarten, ob er tatsächlich die Pace Julians in den kommenden Rennen mithalten kann. Selbst wenn Julian jedes mal zweiter wird, bräuchte der Red Bull Junior neun Siege in Folge, um die WM-Führung zu übernehmen.


CraigoZ1

CraigoZ1

Ich bin Lars, 20 Jahre jung und kommentiere wöchentlich Liga 1. Meine Livestreams können Spuren von Zorn, Euphorie, Erschütterung und hohen Dezibelbereichen enthalten.

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