Julian gewinnt auf feindlichem Territorium – Österreich Rennbericht Liga 1

Im bergischen Spielberg triumphierte Julian nach zweiwöchiger Durststrecke nach einem Kampf mit Perpetuum. Die beiden Red Bull Piloten zeigten den heimischen Fans eine schwache Vorstellung.

Für den neunten Lauf der Saison reiste die Racing League nach Österreich auf den 4,3 Kilometer kurzen Red Bull Ring. Die Strecke bietet lange Geraden und die mit Abstand schnellste Polezeit der Saison. Diese schnappte sich zur Überraschung aller der McLaren Ersatz StayFrosty. Der drittplatzierte Julian musste sich zusätzlich gegen Perpetuum geschlagen geben. Alle drei Piloten trennten gerade einmal 0,046 Sekunden.

Frosty mit schwacher Startphase

Zum Rennstart hin zogen sich die Wolken über Spielberg zusammen, die Meteorologen sagten ein komplettes Regenrennen voraus, sie sollten Recht behalten. StayFrosty startete schlecht, was Perpetuum und Julian nutzten um sich auf die Plätze eins und zwei vorzuschieben. TZ und NewYork schieden kurz vor der DRS-Geraden aus. Der Toro Rosso Mann wusste das Beste aus dem DNF zu machen: ,,Wegen Fremdeinwirkungen war die Quali bereits verhauen, bin im Rennen in Kurve eins gedreht worden am Start. Ich habe das Auto dann abgestellt und bin mit meiner Familie essen gegangen.” Nach der ersten Runde waren Nussbaum (P6) und Kevinportugal (P9) die einzigen Piloten ohne Positionsveränderung, was zeigte, dass die Wetterbedingungen das Feld  durchgemischt hatten.

In der vierten Runde überholte Puffreis den Red Bull von Prinenz für den vierten Platz. Das Nachwuchstalent erlitt in der Anfangsphase einen Flügelschaden und konnte seine Regenstärke nicht ausspielen. Zwei Runden später startete Julian einen ersten Angriff auf Perpetuum. Der Weltmeister setzte seinen Boliden auf die Außenseite in Kurve drei, musste sich aber wieder hinter dem sich stark verteidigenden Force India Piloten einreihen.

Julian versuchte es oft auf der Außenseite 

Zweikampffreudige Racing League

Ein paar Runden später kämpften Nussbaum und Janbasketbal um den neunten Platz. Beide fuhren nebeneinander durch die erste Kurve, der Toro Rosso Pilot hatte für Kurve drei die Innenseite und überholte den Niederländer. Kurz darauf fuhren Julian und Perpetuum Rad an Rad durch die Kurvenkombinationen im Mittelsektor. Perpetuum hatte stets die Nase  vorne und konnte erneut seine Führungsposition behalten. Kurios wurde es zwischen Henri und Koala. Letzterer wurde vom Mercedes Piloten T-Bone artig über die Strecke geschoben, was bei beiden zu einem Boxenstop führte.

Wie schon sein Teamkollege bewies auch Puffreis in Runde zehn sein starkes Zweikampfverhalten, als er mit StayFrosty nebeneinander durch die Kurven vier bis sechs fuhr, um das Überholmanöver dann mit einem ‘Round the outside!’ in Kurve sieben abzuschließen. Damit fuhr er nun auf dem letzten Podiumsplatz. ,,Hart aber sehr fair, aber deswegen fahren wir auch Formel 1.”, antwortete Puffreis auf die Frage, wie er das Duell wahrgenommen habe.

In der gleichen Runde gingen Julian und Perpetuum in die Box. Beide Crews lieferten einen soliden Reifenwechsel, der von Ferrari erhoffte Undercut und Positionswechsel blieb aus.

Julian übernimmt Führung

In Runde zwölf ging der Kampf um den Sieg in die nächste Phase. Wie schon zu Beginn des Rennens setzte Julian seinen Ferrari auf die Außenseite von Kurve drei, bekam einen besseren Exit und konnte bis Kurve vier einen leichten Positionsvorteil herausfahren, der ihm ein Überholmanöver auf der Außenseite ermöglichte. Perpetuum gab sich geschlagen und konnte die Pace im Rest des Rennens nicht mehr mitgehen.

Julian wusste den Wert eines solchen Überholmanövers zu schätzen: ,,Perpetuum ist ein unheimlich schneller, fairer, aber auch aggressiver Fahrer, den ich sehr schätze. Sowohl im Trockenen als auch Nassen ist es jedes Mal das gleiche, wenn ich den pinken Boliden vor mir sehe – man weiß bereits, dass man sich auf gekonntes Verteidigen einstellen kann, das einen ordentlich an Nerven kosten kann.” Perpetuum spielte den Ball direkt wieder zurück: ,,Julians rechter Zeigefinger ist einfach zu gut beim Rausbeschleunigen. Er hatte auch klar wieder die beste Pace gehabt. Er macht im Moment einfach den besten Job.” Später fügte er noch hinzu: ,,Gegen Julian ist es immer spannend […]. Für mich kommt es aber nicht infrage ihn einfach fahren zu lassen, sondern ihm das Leben so schwierig wie möglich zu machen. Infolge hatten wir super Zweikämpfe über 13 Runden.”

Der andere Ferrari hingegen lieferte eine absolute Peinlichvorstellung ab, als sich Elfmeterfalle zuerst stark gegen Renault-Pilot Kevin verteidigte um dann in Kurve sechs den Bremspunkt zu verpassen und den Portugiesen durchzuwinken. Der Polesetter aus Kanada holte sich somit mühelos den siebten Platz. Käsecracker Jan duellierte sich in Runde 15 erneut, diesmal mit dem Haas von Sascha. Sehr ungewöhnlich für die Strecke fuhren beide Rad an Rad durch die Kurven neun und zehn. Jan hatte in beiden Rechtskurven die schlechtere Außenseite und konnte trotz alledem seine Position verteidigen, das wohl bemerkt bei immer noch regnerischen Intermediate Bedingungen.

Stierkampf vor den heimischen Fans

Da die roten Bullen beim Heim Grand Prix schon nicht mit Pace brillieren konnten, taten sie es mit gegenseitigen Haken, Jabs und Uppercuts im Duell um den fünften Platz. Prinenz setzte sein Auto auf die Außenseite von Kurve drei, sein Teamkollege Itzbasti macht aber keinen Anschein ihn durchwinken zu wollen. Auf dem Weg zu Kurve vier blieb Wheelbanging nicht aus bis Prinenz seinen Teamkollegen ausbremste und schlussendlich außen rum überholte. Kurz darauf wurden auf der extra für ihn eingerichteten Prinenz-Tribüne zwischen Kurve sechs und sieben orangene Bengalos gezündet, die Fans jubelten und warfen ihre Bierbecher durch die Luft. Das Nachwuchstalent selber zuckte nach dem Rennen nur mit den Schultern: ,,War nichts großes. Wir mussten ja für ein bisschen Show sorgen und konnten unsere Fans nicht einfach so im Regen stehen lassen.”


In diesem Moment hörte man jemanden laut ‘Round the outside!’ jodeln

Besser verteidigen konnte sich Itzbasti gegen Kevin in den Runden 31 und 32. Beide male versuchte Kevin ihn aufgleiche Art wie Prinenz zu überholen. Zu zweit fuhren sie durch den gesamten Mittelsektor, zwischenzeitlich schien Kevin im Vorteil, doch Itzbasti ging stets als Gewinner aus den Duellen heraus. Den sechsten Platz behielt er somit bis zur geschwenkten Zielflagge.

Was ist der Unterschied zwischen Kevin und einer Tomate? Die Tomate kann passieren

Julian gewann das Rennen mit Perpetuum auf dem zweiten und StayFrosty auf dem dritten Rang. Bei McLaren entschied man sich für eine Ein-Stopp Strategie und war damit auch auf Platz zwei ins Ziel gekommen, allerdings setzten die Zeitstrafen den Ersatzmann auf den dritten Platz zurück.

Top 10

1.Julian
2. Perpetuum ( + 12.086)
3. StayFrosty ( + 13.036)
4.Puffreis ( + 18.038)
5. Prinenz ( + 24.789)
6. Itzbasti ( +28.628)
7. Kevinportugal ( + 35.635)
8. Nussbaum ( + 43.546)
9.Elfmeterfalle ( + 48.662)
10. Sascha ( + 1:04.508)

Medienrunde

Im Gegensatz zu Frauen war Prinenz wenigstens bei den Journalisten heiß begehrt. Seine schwache Leistung nach den zwei Siegen in den letzten Rennen sorgte für eine Menge Zündstoff. ,,Ich bin nur 20 Sekunden hinter Julian angekommen, obwohl ich einen frühen Flügelwechsel hatte und dadurch meinen zweiten und dritten Stint stint sehr lange ziehen musste. Bitte gucken Sie sich die Zeiten das nächste mal an, bevor sie mir solche dummen Fragen stellen.”, revidierte der anscheinend vom allmählich anwachsenden Intimhaarwuchs überforderte Prinenz sein Rennergebnis. Dass Julian ein Drittel des Rennens Zeit hinter Perpetuum verlor und dazu besser in der Quali, trotz Schnitzer in der letzten Kurve, war, schien beim Junior unberücksichtigt zu bleiben. Er ist trotzdem überzeugt: ,,Ohne den Flügelschaden wäre Platz zwei wenn nicht sogar Platz eins drin gewesen, aber jetzt muss ich mit dem fünften Platz leben.”

In der Zwischenzeit führte Julian einen verbalen Regentanz auf. ,,Es war das beste was mir hätte passieren können, da das die idealen Streckenbedingungen für mich sind. Jederzeit das Gefühl zu haben man ist in der Lage das Auto genau am Limit zu bewegen, ohne dabei wegzurutschen oder abzufliegen ist schon etwas schönes. Gerne mehr davon in den nächsten Rennen.”, so der Weltmeister auf die Frage, wie die Bedingungen sein Ergebnis beeinflusst hätten.

Perpetuum lobte die Arbeit von Ferrari. ,,Denke nicht. Ich hatte beim Rausbeschleunigen zu viel Übersteuern, deshalb gingen die Hinterreifen viel zu schnell kaputt. Und ich musste ab dem ersten Stop aufpassen, sodass ich keine drei Stopps brauche. Da hat Ferrari ein deutlich besseres Regensetup gehabt.”, beantwortet Perpetuum die Frage, ob der Sieg möglich gewesen wäre.

Puffreis gab sich wie immer kurz. ,,Durch das schlechte Qualifying war nicht mehr drin. Ergebnis ist zufriedenstellend.”, gibt er emotionale Auskunft über seinen vierten Rang.

Vorschau Großbritannien

,,Ich versuche das beste aus mir herauszuholen. Ich bin guter Dinge vorne mitzufahren.”, gab sich Perpetuum bescheiden auf die Frage, ob nach dem dritten und zweiten Rang als nächstes der Sieg folgen würde. Prinenz wird die Woche brauchen um wieder rennfähig zu sein. ,,Wir haben uns nach dem Rennen ausgesoffen ähm sprochen und ich denke danach waren sie nicht mehr so sauer auf mich.”, verplapperte sich der Red Bull Pilot bezogen auf die enttäuschten Fans nach dem Rennen. Den ganzen Vorbericht zum Großen Preis von Großbritannien findet ihr hier.


CraigoZ1

CraigoZ1

Ich bin Lars, 20 Jahre jung und kommentiere wöchentlich Liga 1. Meine Livestreams können Spuren von Zorn, Euphorie, Erschütterung und hohen Dezibelbereichen enthalten.

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